Biomanufacturing: Biology becomes Manufacturing - Deep Dive Chinas Zukunftsindustrien #3
Warum die USA alarmistisch auf Chinas nächste Zukunftsindustrie reagieren. Und wie Europa und Deutschland sich positionieren.
Liest man den Bericht der us-amerikanischen NSCEB könnte man Biomanufacturing als das zentrale Mittel auf dem Weg zur Weltherrschaft halten. So dringlich warnt der Bericht davor, dass die USA gegenüber China in dieser Zukunftsindustrie uneinholbar ins Hintertreffen geraten könnte
.(Bild: Toon Lambrechts auf Unsplash)
Versuchen wir einen etwas nüchternen Blick darauf, dann sehen wir zunächst, dass der aktuelle 15. 5-Jahresplan Biomanufacturing als eine von sechs Zukunftsindustrien definiert, die im besonderen Maße vorangetrieben werden sollen.
China gibt mit dem Begriff „Zukunftsindustrien“ im aktuellen 15. 5-Jahresplan (5YP) einer guten Handvoll von Technologien wirtschaftspolitische Priorität und geht damit Wetten auf die zukünftige Entwicklung ein. In den vorangegangenen Artikeln hatten wir bereits die Brain-Computer-Interface Technologie und die Strategie des Grünen Wasserstoffs Chinas näher beleuchtet.
Was erwartet China nun in der dritten Technologie - Biomanufacturing? Wo steht China hier im Wettbewerb der ökonomischen Großregionen? Und wo will es hin? Wie sieht die globale Zukunft dieses Geschäftsmodells aus und was können deutsche und europäische Unternehmen in diesem Feld gewinnen?
Biomanufacturing - Begriffsklärung
Die EU definierte 2024 Biomanufacturing als
„Nutzung und Umwandlung von Biotechnologie und biologischen Ressourcen in Chemikalien, Produkte und Energie“
Biomanufacturing meint somit die industrielle Herstellung von Produkten mit Hilfe von lebenden Zellen, Mikroorganismen oder Enzymen statt mit klassischer Chemie. Man „programmiert“ biologische Systeme so, dass sie nützliche Stoffe produzieren, ähnlich wie eine Fabrik, nur mit Hefen, Bakterien, Zellen oder Enzymen als Produktionswerkzeugen. Der chinesische Plan verbindet das mit strategischen Zielen wie technologischer Eigenständigkeit, industrieller Modernisierung und neuen Wachstumsfeldern. Darum tauchen dort auch Themen wie intelligente Fermentation, Biotechnologie und innovative Arzneimittelentwicklung auf.
Beispiele:
Enzyme statt harte Chemie: Enzyme sind biologische „Katalysatoren“, die Produktionsprozesse sauberer, energieärmer oder präziser machen können, etwa in Lebensmitteln, Waschmitteln oder Spezialchemikalien.
Intelligente Fermentation: Fermentation in großen industriellen Anlagen, etwa für Aminosäuren, Wirkstoffe, Lebensmittelzutaten oder Spezialchemikalien, nicht nur für Joghurt oder Bier.
Biomedizinische Produkte: Dazu gehören Zell- und Gentherapien, Antikörpermedikamente, Nukleinsäuremedikamente und Radiopharmaka, die in Diagnose und Therapie eingesetzt werden.
Notfallimpfstoffe und -medikamente: Schnell skalierbare Produktion für Pandemien oder andere Krisen, Kapazität zur schnellen Skalierung.
Biozüchtung und „Keimplasma“: Bessere Pflanzen-, Tier- oder Mikrobensorten gezielt entwickeln, um Erträge, Resistenz oder Qualität zu verbessern.
China definiert im 5YP Biomanufacturing durch Konkretisierung der damit verbundenen industriellen Ambitionen:
„Durchbrüche werden bei Schlüsseltechnologien wie Enzympräparaten, intelligentem Design biologischen Keimplasmas und intelligenter Fermentation erzielt, wodurch technologische Innovationen und Anwendungen in Bereichen wie Biozüchtung, biochemischer Verfahrenstechnik, Biomedizin und Bioenergie gefördert werden. Die Forschung und Anwendung von Zell- und Gentherapeutika, Antikörpermedikamenten, Nukleinsäuremedikamenten und Radiopharmaka wird beschleunigt, und die Entwicklung, Produktion und Anwendung von Notfallimpfstoffen und -medikamenten wird verbessert.“
Laut People’s Daily, dem zentralen chinesischen Parteimedium, ist Biofertigung „eine aufkommende Industrie, die „traditionelle Fermentationsindustrie und die Spitzentechnologie der synthetischen Biologie eng koppelt“.
Der Dachbegriff der „Bioökonomie” (生物经济) erhielt in China 2022 mit dem „Bioökonomie-Entwicklungsplan” (十四五生物经济发展规划) einen eigenen Fünfjahresplan. Ziel ist der biotechnologische Ersatz chemischer Rohstoffe und Prozesse. Mit der Leistung als „Zukunftsindustrie” wird die Branche für die nächsten 5 Jahre industriepolitisch priorisiert. „Biomanufacturing” (生物制造) ist dann die industrielle Anwendungsschicht. „Synthetische Biologie” (合成生物学) bildet die technologische Grundlage.
Der Plan zur Branche von 2022 definiert die Bioökonomie funktional als Querschnittsökonomie, angetrieben durch Lebenswissenschaften und Biotechnologie, gestützt auf biologische Ressourcen und verschmolzen mit sieben Wirtschaftsfeldern von Arzneimitteln bis Materialien. Innerhalb dieses Dachs führt der Plan sieben strategische Zukunftsindustrien, unter denen Biomanufacturing bereits 2022 als eigenständige Kategorie neben Biopharmazie steht.
Der strategische Reiz der Technologie liegt darin, Abhängigkeiten von fossilen Rohstoffen, Importen oder einzelnen Vorprodukten zu verringern und neue Wertschöpfung im Inland aufzubauen.
Die USA in Panik
In den USA veröffentlichte die National Security Commission on Emerging Biotechnology (NSCEB - Bericht oben verlinkt) im Frühjahr 2025 einen alarmistischen Bericht über den Status Quo der Entwicklungen in China. In dramatischer Wort- und Bildsprache richtet man sich mit einem „Action Plan for American Security and prosperity“ an die Politik.
Ein paar Auszüge:
”China is quickly ascending to biotechnology dominance, having made biotechnology a strategic priority for 20 years.1 To remain competitive, the United States must take swift action in the next three years. Otherwise, we risk falling behind, a setback from which we may never recover.
We are entering the age of biotechnology, a time when biology is the basis of innovation. … These are not just matters of scientific achievement; they are questions of national security, economic power, and global influence.
Falling further behind would signal a global power shift toward China and create an array of new strate- gic challenges for the U.S. government:
What would it mean for world order if China developed biological means for dramatically extending human life or enhancing cognitive capabilities?
Who will control the biological intellectual prop- erty (IP), from sustainable energy to advanced agriculture, that may prove as vital in the 21st century as fossil fuels were in the 20th?
What would the implications be for global security if an adversary engineered pathogens and used them against us?
Though the United States’ advantage was once thought unassailable, China has emerged as a powerhouse in AI-enabled biotechnology. … The Commission’s research indicates that China is likely to follow the same playbook with biotechnology as it has with other strategic technologies. First, they steal. Then, they scale. Once they have cornered the market, they strangle. … One thing is certain: it is coming. There will be a ChatGPT moment for biotechnology, and if China gets there first, no matter how fast we run, we will never catch up.
Our window to act is closing. We need a two-track strategy: make America innovate faster, and slow China down.”
(Abschnitt aus dem NSCEB Bericht, S. 15/16)
Nehmen wir das Schwanken zwischen Paranoia und China-Hass im wording des Berichts mal als Zeichen, dass zumindest die us-amerikanische Wirtschaft und Politik erkannt hat, dass China in diesem Technologiefeld extreme Fortschritte macht, deren Ausmaß nicht mehr nur als Wettbewerb sondern als Bedrohung wahrgenommen wird.
China seinerseits dürfte in solchen Berichten erkennen, dass es besser heute als morgen sich von derartigen Zulieferern und Forschungspartner unabhängig macht, um die eigene Wirtschaft in diesem Zukunftsfeld nicht zu gefährden. Damit wäre ein weiteres Element beschrieben, wie China seine Zukunftsindustrien auswählt. Wir hatten in den letzten Artikel schon Kriterien extrahiert:
Sprung über bisherige technologische Grenzen
erstes erkennbares Marktpotenzial
valides und relevantes Wachstumspotenzial
staatlich gesetzte Systemarchitektur vor sektoraler Detailsteuerung
die Kopplung von Technologie, Kapital, Standards und Exportlogik zu einer ganzheitlichen Entwicklungstrategie
Bei Biomanufacturing kommen nun die ebenfalls im 15. 5YP angelegten Ziele „Nationale und Wirtschaftliche Sicherheit“ zum Tragen. Wir können davon ausgehen, dass alarmistisch formulierte Berichte der konkurrierenden Groß-Ökonomien (wie der oben genannte der USA) in Peking genau gelesen und auf Relevanz für das eigene Land analysiert werden. Je schärfer der Ton gegenüber China, um so größer der Notwendigkeit, die eigene Entwicklung zu beschleunigen um Unabhängigkeit zu gewährleisten.
Chinas Entwicklungsstand
Laut der oben bereits erwähnten Studie der EU lag der globale Biotechnologiemarkt 2021 bei 720 Milliarden Euro mit einem jährlichen Wachstum über 18 Prozent; die USA hielten 60 Prozent, die EU 12 Prozent und China 11 Prozent. Bei den Biotech-Patenten führten 2020 die USA mit 39,6 Prozent vor der EU mit 18,3 Prozent, während China mit 10,4 Prozent laut Kommission zum Berichtsdatum „rasch aufholt”. Die EU verortet China damit bereits 2021 als dritte Kraft im Aufstieg und benennt Chinas Strategie „Made in China 2025” ausdrücklich als Beleg dafür, dass andere Staaten Biotechnologie zum Schlüsselsektor erklärt haben.
Der NSCEB-Bericht liefert die schärfste US-Einordnung der Wettbewerbslage. Bei den meistzitierten Publikationen zur synthetischen Biologie kehrte sich das Verhältnis USA zu China von 45 zu 13 Prozent im Jahr 2010 auf 7 zu 60 Prozent im Jahr 2023 um. Der Marktwert chinesischer Biotechfirmen wuchs zwischen 2016 und 2021 um das Hundertfache auf 300 Milliarden US-Dollar, Rang zwei hinter den USA. 2019 meldete China 22 Prozent aller internationalen Patente an und überholte damit die USA und die EU. Als bleibenden US-Vorsprung nennt der Bericht die viermal größeren Kapitalmärkte sowie die höchste Zahl an Patenten, Firmen und Nobelpreisen. Die Kommission beziffert die Verwundbarkeit der US-Pharmaindustrie auf 79 Prozent der Firmen, die 2024 zumindest teilweise von WuXi AppTec und anderen chinesischen Auftragsfertigern abhingen. Der Bericht verortet die USA in einem multipolaren Vergleichsfeld und weist Dänemark, Deutschland, UK, Südkorea, Japan und Indien jeweils Spezialisierungen zu, von biofertigten Chemikalien über Biomasse-Energie bis zu kostengünstiger Impfstoffproduktion.
MERICS hat sich zuletzt im Februar 2026 mit Chinas Biotechnologie befasst.
Die Studie zeichnet China beim Biomanufacturing als wissenschaftlich sehr stark, industriell bislang jedoch nur begrenzt skaliert. Die entscheidende Lücke liege zwischen Forschung, Pilotierung und wettbewerbsfähiger Massenproduktion.
China verfügt über eine außergewöhnlich starke wissenschaftliche Basis. Im Jahr 2023 entfielen laut MERICS rund 61 Prozent der weltweit besonders einflussreichen Publikationen zur synthetischen Biologie und 29 Prozent der entsprechenden Publikationen zum Biomanufacturing auf China. Die öffentlichen Forschungsausgaben für Biotechnologie lagen 2023 bei mindestens 20 Milliarden Renminbi. Mehr als ein Fünftel der 540 staatlichen Schlüssellabore arbeitet im biologischen Bereich.
Die Studie sieht China damit in vielen Forschungsfeldern bereits vor Europa und teilweise auf Augenhöhe mit oder vor den USA. Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit ist derzeit größer als die kommerzielle Aufnahmefähigkeit der chinesischen Absatzmärkte.
Trotz der wissenschaftlichen Stärke befand sich die Kommerzialisierung biologischer Produktionsverfahren 2023 noch in einer frühen Phase. Biomanufacturing trug lediglich 2,4 Prozent zur industriellen Wertschöpfung Chinas bei. In den USA lag der entsprechende Anteil bei 11 Prozent, in Europa bei 6,2 Prozent. Auch beim globalen Marktanteil lag China mit 11 Prozent deutlich hinter den USA mit 36 Prozent und Europa mit 31 Prozent. China besitzt somit bereits einen großen Teil der wissenschaftlichen Voraussetzungen, hat diese jedoch noch nicht in industrielle Marktposition übersetzt.
Rund 73 Prozent des chinesischen Marktwertes im Biomanufacturing entfallen laut Studie auf Anwendungen im Gesundheitsbereich. Landwirtschaft erreicht 10 Prozent, Energie 9 Prozent und Chemikalien lediglich 5 Prozent. Diese Struktur zeige laut MERICS, dass das häufig formulierte Ziel einer breiten biologischen Transformation der Industrie bislang erst punktuell sichtbar wird. Der Übergang von pharmazeutischen und hochwertigen Nischenanwendungen zu Grundstoffen, Materialien und industriellen Großvolumina wird voraussichtlich mehrere Jahrzehnte beanspruchen.
Peking versucht nun, die Lücke zwischen Labor und Fabrik durch Technologietransfer, staatliche Fonds, Forschungsallianzen und Pilotanlagen zu schließen. Die staatliche Investmentgesellschaft SDIC erhielt 2023 den Auftrag, öffentliche Investitionen im Biomanufacturing zu koordinieren. Ende 2024 gründete SDIC in Tianjin eine Biomanufacturing Innovation Academy mit einem Investitionsvolumen von sechs Milliarden Renminbi. Der Schwerpunkt liegt auf Enzymen, Aminosäuren, funktionalen Zuckern und Lebensmittelzusatzstoffen.
Die strategische Frage lautet daher, wie schnell es China gelingt, biologische Verfahren kostengünstig zu skalieren und aus wissenschaftlicher Führung industrielle Standardsetzung zu machen.
Wo will China hin?
Der 5YP ergänzt weitere konkrete Aspekte der zukünftige Entwicklung:
“China will Forschung, Entwicklung und Anwendung von Zell und Gentherapeutika, Antikörpermedikamenten, Nukleinsäuremedikamenten und radiopharmazeutischen Arzneimitteln beschleunigen und die Fähigkeiten zur Forschung, Produktion und Anwendung von Notfallimpfstoffen und Medikamenten erhöhen.”
Biomanufacturing wird damit auch auf Biopharmazie angewendet. Im Fokus scheinen wieder unter anderem auch Unabhängigkeit von anderen Nationen zu sein.
“China will sich auf strategisch umkämpfte Felder und Schwachstellen in Industrie und Lieferketten konzentrieren, außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen und entlang der gesamten Kette bei integrierten Schaltkreisen, Industriemaschinen, High End Instrumenten, Basissoftware, fortgeschrittenen Materialien und Biomanufacturing entscheidende Durchbrüche in Schlüsseltechnologien erreichen.”
Biomanufacturing wird damit auf die gleiche strategische Ebene wie Halbleiter, Maschinenbau, High End Instrumente, Basissoftware und fortgeschrittene Materialien gestellt. China sieht Biomanufacturing als Chokepoint und als Teil technologischer Selbstständigkeit.
“China will Genomeditierung, präzise molekulare Zustellung, Zellprogrammierung und Zellsteuerung sowie fortgeschrittene Omics Forschung vertiefen, künstliche Lebenssysteme, Organoide und Organ Chips, Organherstellung, Bildgebung biologischer Strukturen und Funktionen technologisch angreifen und Softwarewerkzeuge für Bioengineering Design entwickeln.”
Biomanufacturing wird als Engineering geplant. Auffällig ist der Softwarepunkt. China denkt Bidamit Biomanufacturing als designbare, digitalisierbare und industrialisierbare Produktionsarchitektur.
“China will synthetische Biotechnologie aktiv entwickeln und neue Proteinquellen erschließen.”
Damit wird Biomanufacturing auch zum Instrument für Ernährungssicherheit. Neue Proteine nicht nur als Lifestyle-Produkt, sie gehören in Chinas Planung zur Diversifizierung des Nahrungsmittelangebots.
“China will Forschung, Entwicklung und Anwendung von Biotechnologie streng regulieren und die Speicher sowie Sicherheitsmanagementfähigkeiten für biologische Datenressourcen erhöhen.”
Die Branche wird damit als Sicherheits- und Datenfeld reguliert. Biomanufacturing ist aus chinesischer Sicht auch eine Frage von Biosicherheit, Arzneimittelsicherheit, Datenhoheit und industrieller Kontrolle.
Wo spielt Deutschland und was gibt es für deutsche und europäische Unternehmen zu gewinnen?
Europa und Deutschland haben in dieser Industrie einiges beizutragen bzw. etablierte Positionen im globalen Wettbewerb.
Die europäische Biotech-Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.2022 trug sie rund 38,1 Mrd. € zum EU-BIP bei und beschäftigte etwa 913.000 Menschen. In den letzten zehn Jahren wuchs sie mehr als doppelt so schnell wie die Gesamtwirtschaft. Deutschland verzeichnete 2023 einen Gesamtumsatz der Biotech-Branche von etwa 12,6 Mrd. € (stark beeinflusst durch Covid-Impfstoff-Verkäufe, sank gegenüber Vorjahr). Die EU hat etwa 31 % des weltweiten Biotech-Markts (2024) inne, während China nur ~4,8 % ausmacht.
Die Forschungsexzellenz ist in der EU hoch. Deutschland allein zählte 2024 rund 677 biopharmazeutische Entwicklungsprojekte in klinischer Phase, vor allem rekombinante Antikörper. EU-weite Projekte (inkl. Klein- und Mittelunternehmen) dürften mehrere Tausend Kandidaten umfassen. Das Potential untermauern starke Cluster (z.B. München/Berlin/Heidelberg) und Universitäten (Heidelberg, Oxford, ETH Zürich etc.).
Öffentliche Förderprogramme wie Horizon Europe (Budget > 70 Mrd. €) und nationale Instrumente (BMBF, BMBF-IPCEI) unterstützen Biotech/Pharma erheblich. Jedoch ist verfügbarer Risikokapital vergleichsweise gering. 2023 flossen in deutsche Biotech-Firmen etwa 533 Mio. € VC, nur rund 0,01 % vom BIP. Für ganz Europa lag der VC-Anteil kaum höher (Schätzungen: EU ~5 % des globalen VC-Volumens). Der deutsche bzw. europäische Förderrahmen wurde 2025 mit dem „Biotech Act“ weiter gestärkt (schnellere Genehmigungen, kohärente Förderung).
Deutschland könnte durch gezielte Beiträge die chinesischen Pläne unterstützen und gleichzeitig eigene Vorteile erzielen.
Technologie-Partnerschaften - Ausbau gemeinsamer Projekte zu Schlüsseltechnologien, Nutzung von Skalenvorteile und Know-how-Austausch
Export von Spezialausrüstung - Lieferung hochmoderner Bioreaktor-Technik, Analysesysteme nach China. Deutschland profitiert durch Umsatz, China durch Qualitätssicherung
Gemischte Gremien und Standardisierungs-Kooperationen - Einrichtung von bilateralen Arbeitsgruppen (Regulierung, IP-Standards), Verfahren harmonisieren, Misstrauen abbauen
Voraussetzung ist dabei - wie in allen Zukunftsindustrien, über die wir hier berichten - dass Rivalität durch Kooperation ersetzt wird, bei gleichzeitigem gegenseitigen Respekt und Schutz von Marktinteressen und IP.




